Lethargie
Sie schleicht sich hinterhältig an und nistet sich ein – im Kopf, im Körper.
Zunächst scheint es als wäre man einfach müde. Man hatte einen anstrengenden Tag, starrt vor sich hin und denkt: nichts. Nicht so schlimm.

(via santosha65)
Befindlichkeiten
Automatismus
Schlafen – Aufwachen – Gedanken rotieren – Schlafen.

(via Belle Blanche)
Bettdeckengeflüster
Es ist früh, ich schätze sieben Uhr. Die Traumbilder verschwimmen nur langsam. Durch das angekippte Fenster hört man den leichten Nieselregen. Die noch frische Morgenluft kühlt mein Gesicht. Müde reibe ich meine Augen, die sich nicht öffnen wollen. Ich spüre die Wärme, die von der anderen Seite unter der Bettdecke zu mir hinüber strömt. Mein Kopf fängt an zu arbeiten – realisiert, dass es Wochenende ist. Zufrieden hole ich Luft, verkrieche mich noch tiefer in der Bettdecke. Es wird wärmer. Ich platziere einen Kuss auf deinem Rücken und schlafe lächelnd wieder ein.

Sehnsucht nach blauem Himmel
Verkehrter Kopf
Der Kopf ist schon ein komisches Gerät. Keine Bedienungsanleitung, keine Knöpfe, keine Regler. Man kann ihn nicht leise stellen, wenn er zu laut ist und wenn er etwas flüstert, dann überhört man es schnell. Und in ihm rast fortwährend der Verkehr der gesamten Welt.
An manchen Tagen ziehen riesige Wolkenfelder durch ihn hindurch und machen das Manövrieren auf Gedankenfeldwegen und Wissensautobahnen fast unmöglich. Es sind diese Wolkenberge, die man nur aus einem Flugzeug sieht – mächtig, wattig-weich, undurchdringbar, leuchtend – in denen man sich verlieren will. Und genau dies geschieht mit den Ideen und Gedanken, die auf Wolkenfelder im Kopf treffen, sie verlieren sich im Straßennetz.
An anderen Tagen dann: Stau. So’n richtig fieser Stau. Schuld ist ein Verkehrsunfall, von dem man den Blick nicht abwenden kann. Ein Wort, ein Satz, eine Idee die es durch das Dickicht der Wolken an die Oberfläche geschafft hat und nun völlige Aufmerksamkeit fordert. Dieser Stau lässt keine Existenz von anderen Gedanken zu. Er absorbiert sie und nutzt sie für sich aus, um immer größer zu werden. Das Größerwerden von Ideen an sich ist ja nichts schlechtes, von einem Stau aber schon. Und die Konsequenz eines Staus: Massenkarambolage. Kein unten, kein oben, kein rechts, kein links. Chaos. Ein logischer Einzelgedanke hat es geschafft im chaotischen Ganzen zu münden.
Und manchmal: Leere. Autofreier Sonntag, nur das es meist keinen Sonntag betrifft, was in einer unzumutbaren Unproduktivität gipfelt. Das Rot der Wände wird für rot gehalten, die Sonne für hell befunden, die Strumpfhose für zu eng. Das Ganze endet dann im Starring-Contest mit dem Laptop.
Und ab und an, da flutscht der Verkehr auch mal. Da läuft alles reibungslos, 1a. Alle Ampeln sind grün. Keine Bummeltrienen die ihr Auto verkehrt herum durch Einbahnstraßen schieben. Das unbedienbare Gerät ‘Kopf’ funktioniert – einfach so. Die Knöpfe, Regler und Verkehrspolizisten, die man sich manchmal gewünscht hat, sind überflüssig – bis zum nächsten Stau.
Nah
Sommer-Erinnerungen
Die kleinen Fältchen auf dem Nasenrücken und um die geschlossenen Augen zucken im Rhythmus meines Lächelns.
Ein leichter Windhauch weht eine Haarsträhne in mein Gesicht.
Nackte, bunte Zehen verstecken sich zwischen Grashalmen.

