Alles fließt. Nur manchmal bleibe ich an deinen Bartstoppeln hängen. Sie bohren sich ganz unbedarft in meine Wangen. Braun, schwarz, blond und an einigen Tagen sogar grau. Stimmungsabhängig nennst du das. Wenn ich dann so an dir klebe, verankert an den Widerharken rum um deinen Mund, dann denke ich an Erdbeerkuchen. Und daran, dass ich ihn am liebsten mit Pudding esse und du das hasst.

Die borstigen Härchen reißen Wunden im meine Haut – mikroskopisch klein. Reibungen, Sticheleien. Ein Rauschen, wie aus dem Lautsprecher eines alten Plattenspielers, wenn du dein Hemd über den Kopf streifst. Sehr leise. Wie die Schritte, die ich geh um dich heimlich ansehen zu können. Du sagst, ich solle dich nicht beobachten. Aber es gibt so viel an dir zu entdecken.

An manchen Tagen gleicht dein Bart einem Kronfeld im Spätsommer. So sanft und weich es auf den ersten Blick wirkt, wenn der Wind damit spielt – So kratzig empfinden meine spröden Fingerkuppen die kleinen Unterschiede in deinem Gesicht, wenn sie ganz nah dran sind. Wie aus Versehen berühren sie dann noch deine Lippen, damit ich von ihnen kosten kann. Ich stelle fest, sie schmecken nach Erdbeerkuchen mit Pudding.

Heimat

18. März 2010

Zurückkehren in die Wabe der Kindheit.

Geschäftiges Treiben in einer dir vertrauten Umgebung.

Die klebrigen Finger des Vergangenen greifen nach dir.

Kann man nicht entrinnen oder will man nicht?

Sich wiegen in der Unbekümmertheit.

Ungeliebte Unselbstständigkeit.

Ein zweischneidiges Schwert, das nicht loslässt.

Nur auf Gutes bedacht, zerteilt es doch dein Herz.

Gehen oder bleiben?

Gehen und bleiben.

Deinen Weg, in Gedanken an das

Zurückkehren in die Wabe der Kindheit

Zwei

3. März 2010

Zwei Wege kreuzen.

Eine flüchtige Berührung. Sie fleht nach mehr.

Gedanken drehen.

Kriechen aus meinem Mund, in deine Ohren.

Traumbilder entstehen.

Es keimt im Inneren. Zart und verzehrend.

Verlangen treibt.

Mich in dich und dich in mich.

Hitze kühlt.

Die Gemüter, sich sehnend, sich quälend.

Haut brennt.

Spuren zeichnen die Nacht und die Erinnerungen.

Herzen schlagen.

Aus Erschöpfung und Neugier. Ohne Ruhe.

Zwei Wege schlängeln.

Umeinander, ineinander, miteinander.