Kommt ein Mann ins Zimmer

27. September 2011

 „Kommt ein Mann ins Zimmer“ – Nicole Krauss

“Wenn man jung ist, glaubt man, die Liebe sei die Lösung. Aber sie ist es nicht. Einem anderen Menschen nahe zu sein – so nahe man kann -, verdeutlicht nur die unüberwindliche Distanz, die zwischen einem liegt.” […] “Ich weiß nicht. Wenn das Lieben die Menschen nur einsamer macht, warum wollen es dann alle so sehr?” – “Wegen der Illusion. Man verliebt sich, ist berauscht, und kurze Zeit fühlt man sich wie eins geworden mit dem anderen. Ein Herz und eine Seele. Man glaubt, man würde nie wieder einsam sein. Nur hält es nicht an, und bald wird klar, näher geht es nicht, und man endet bitterlich enttäuscht, so allein wie nie zuvor, weil die Illusion – die Hoffnung an der man all die Jahre festgehalten hat – zerstört ist. […] Aber wissen Sie, das Unglaubliche an uns Menschen ist, dass wir vergessen. […] Es vergeht einige Zeit, irgendwie kriecht die Hoffnung zurück, und früher oder später kommt jemand anders daher, und wir glauben, das ist der Richtige. Dann fängt die ganze Sache wieder von vorne an. So gehen wir durchs Leben, und entweder akzeptieren wir irgendwann die minderwertige Beziehung – man versteht sich nicht vollkommen, aber es läuft passabel -, oder wir streben weiterhin nach vollkommener Vereinigung, machen neue Versuche und scheitern erneut, lassen dabei eine Spur gebrochener Herzen hinter uns zurück, unser eigenes inbegriffen. Am Ende sterben wir so allein, wie wir geboren wurden, haben gekämpft, um andere zu verstehen, um uns verständlich zu machen, aber in dem versagt, was wir einst für möglich gehalten haben.”
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Schmetterlingseffekt

11. Mai 2011

Körpereigener Sadismus reicht bis in die Fingerspitzen. Schiebt sich durch die Vergangenheit. Zigarettenrauch kratzt im Hals, lässt die Augen tränen. Der sonst so geordnete Kopf hadert mit seinem Schicksal.

Wir verweilen im Lorenz-Attraktor. Ein Zustand dessen Dimension nicht ganzzahlig ist. Drei gekoppelte, nichtlineare Gleichungen in einem System – Du, Ich, Wir – die langfristige Unvorhersehbarkeit des Seins

Die mathematische Definition von Chaos besagt, dass minimale Änderungen der Ausgangsparameter sehr große Auswirkungen auf den Momentzustand eines Systems haben. Zerbrechlich wie die Flügel eines Schmetterlings.

Mathematisches Chaos, nicht Schicksal.

Es wird.

4. Oktober 2010

Das lose Mundstück zerfetzt die Trübsal wimmernde Tüte – randvoll gestopft mit Wehmut. Weiter machen, lautet die Devise. Wir sprechen in Klischees und atmen die Naivität in ausgiebigen Schlucken ein.

Der Tanz mit der Zeit beginnt. Getrieben durch die Wellen des stetig schlagendes Apparates namens Herz – oder nennen wir es doch einfach beim Namen: Liebe. Wie sie anzieht, auszieht und die jede noch so mikroskopisch winzige Belehrung des Körpers im Hirn einbrennt – geschrieben in Großbuchstaben – um davon zu zehren.

Wir machen es möglich. Weil du, weil ich, weil wir – Helden. Kein Platz für ein hoffentlich oder vielleicht – hoffentlich.